Ümlaut bleibt auch mit “Because you are alive, everything is possible” seinem offenen, prozesshaften Verständnis von Klang treu und erschafft hier vielleicht sein bislang zugänglichstes und zugleich eindringlichstes Werk. Die beiden ausgedehnten Kompositionen entwickeln sich aus Feldaufnahmen, Rauschen, sanft pulsierenden Synthesizerflächen und perkussiven Details zu organisch wirkenden Weiterlesen
NOVEMBER NÖVELET: All Your Love
Vor zwei Wochen besprachen wir hier mit dem Tape „Mangfall“ Material aus der Frühphase Haus Arafnas, Karl Runaus und Galakthorrös. „All Your Love“ dagegen bildet die Gegenwart ab. Ursprünglich als etwas weniger rabiates Seitenprojekt Haus Arafnas konzipiert, haben November Növelet im Laufe von vier Alben und drei EPs ihren Sound ausdifferenziert und perfektioniert. Weiterlesen
Sonic Morgue: Anja Huwe und Das Kinn im Berlin
Am Sonntag, dem 20. September, sind bei Sonic Morgue im Berliner silent green Anja Huwe, die prägende Stimme von Xmal Deutschland, und das Frankfurter Projekt Das Kinn zu sehen. Huwe gehört mit ihrer Arbeit bei Xmal Deutschland zu den markantesten Figuren der deutschen Post-Punk- und Gothic-Geschichte. Nach langer Bühnenabstinenz ist sie inzwischen wieder aktiv und verbindet das Erbe der Hamburger Band mit ihrer eigenen künstlerischen Gegenwart.
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The Meadow & The Bridge: Benjamin Fuller mit einem elektroakustischen Porträt der Stadt Tokio
Benjamin Fulwood veröffentlicht über A Guide To Saints sein neues Digitalalbum “The Meadow & The Bridge”. Die aus zwei ausgedehnten Kompositionen bestehende Arbeit bewegt sich zwischen Ambient, elektroakustischer Klangkunst und improvisierter Musik und entfaltet mit Tenorsaxofon, Klarinette und Elektronik weitläufige, schwebende Soundscapes.
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The Invisible: Digitales Album von Rhins
Der schottische Klangkünstler J. Quimby alias Rhins veröffentlicht mit “The Invisible” ein neues Album, auf dem sich rohe Improvisation, analoge Synthies und eine zunehmend massive Geräuschkulisse zu einem intensiven Soundbild verdichten. Das Album entstand laut label während einer Phase ständiger Veränderung und Ortswechsel und spiegelt diese Erfahrung in einer Musik wider, die zunächst ohne feste Struktur auskommt und erst nachträglich durch Bearbeitung und Schichtung ihre Form erhält.
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TWELVE THOUSAND DAYS: As The Moon Draws The Tide
Schon das erste Auftauchen von Martyn Bates’ unverwechselbar hochstürmender Stimme genügt meist, um klarzumachen, dass man sich in der eigentümlichen Zwischenwelt von Twelve Thousand Days befindet. Auch auf dem vor ein paar Monaten erschienenen “As The Moon Draws The Tide” setzen Bates und Alan Trench ihre bisweilen behutsame, aber immer konsequente Reise fort. Wieder begegnen sich Weiterlesen
Jardín Giratorio: Neues Tape von Lorena Álvarez und Alejandro Palacios
Not Not Fun Records bringen “Jardín Giratorio” von Lorena Álvarez und Alejandro Palacios als Tape und digital heraus. Das chilenische Duo entwickelt darauf sechs Stücke aus improvisierter, dezent mäandernder Musik, in der Rhodes und Synthesizer auf Posaune, E-Gitarre, Kontrabass und Effekte treffen.
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Krabazzz-Festival im Dresdner Zentralwerk
Für Kurzentschlossene empfehlen wir auf den letzten Drücker das vom 14. bis zum 16. August im Dresdner Kulturzentrum Zentralwerk stattfindende KRabazzZ Festival, das erneut experimentelle Musik und interdisziplinäre Kunst zusammenbringt. Zwischen Improvisation, Neuer Musik, Jazzansätzen, Noise und lärmaffine Klangkünste sowie verschiedener Elektronik entstehen dabei Verbindungen zu Tanz, Performance, visueller Kunst und ortsspezifischen Formen – ein bewusst offenes Festivalformat, das Klang nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren künstlerischen Geschehens versteht.
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Hildur Guðnadóttir: Jubiläumskonzert in der Berliner Philharmonie
Am 25. Oktober ist die isländische Komponistin und Cellistin Hildur Guðnadóttir mit ihrem neuen Werk “This Will Be Us” in der Berliner Philharmonie zu Gast. Gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Robert Ames lässt sie Musik aus zwei Jahrzehnten ihres Schaffens in neuer, symphonischer Gestalt erklingen.
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The Pulse Of Atoms: Zusammenarbeit von Brian Lustmord und Dave Lombardo
Brian Williams hatte spätestens auf seiner Zusammenarbeit mit den Melvins gezeigt, dass Genregrenzen für ihn nur existieren, um überschritten zu werden. Über Melvins-Frontmann Buzz Osbourne lernte Williams dann den damaligen Slayerdrummer Dave Lombardo kennen, mit dem er nun einige Jahrzehnte später unter dem Projektnamen Lustmord Lombado „The Pulse Of Atoms“ eingespielt hat. Das Album erscheint am zweiten Oktober auf Ipecacrecordings als Doppelvinyl (in verschiedenen Farben), CD und Download.
Collected Tape Works 08′ – 17′: Compilation früher Aufnehmen von Ak’chamel
Anlässlich der Veröffentlichung von „Spiritually Unemployed“, des letzten Albums von Ak’chamel, beschrieben wir die unglaublich idiosynkratische Musik des texanischen Duos so, „als hätte eine (wirkliche) Weird Folk-Band sich eine Infusion World Music verordnet, um dann nach dem Genuss eines Daturasudes auf einem Kassettenrekorder schamanische Rituale aufzunehmen.“ Bevor Ak’chamel, den Beinamen The Giver Of Illness tragend, in den letzten Jahren auf dem französischen Label Akuphone vier hervorragende Alben veröffentlicht haben, erschienen zahlreiche Tapes, die noch wilder waren. Wir besprachen auf diesen Seiten etwa „Death Chants“ und „Transmissions From Boshqa“. Nun erscheint unter dem sprechenden Titel „Collected Tape Works 08′ – 17′“ eine Zusammenstellung ausgewählter Aufnahmen aus dieser Zeit.
Opening: Neue LP von Klara Lewis
Die schwedische Klangkünstlerin Klara Lewis bringt Anfang nächsten Monats ihr neues Album “Opening” über Editions Mego heraus. Die für ihre ganz eigene Verbindung von elektronischer Klangkunst, Field Recordings und dekonstruierten Instrumentalklängen bekannte Musikerin setzt darauf ihren Weg konsequent fort und lotet einmal mehr die Grenzen zwischen Abstraktion und Songform aus.
Auf “Opening” werden Klänge fortwährend zerlegt, verfremdet und in neuen Zusammenhängen wieder zusammengesetzt. Feldaufnahmen verwandeln sich in rhythmische Strukturen, vermeintlich vertraute Melodien lösen sich auf und tauchen in veränderter Gestalt wieder auf, während Ukulele, Klavier und elektronische Bearbeitung zu einer vielschichtigen Klangsprache verschmelzen. Das Album erscheint als LP und digital.
A.I.D.: Einundsiebzigste Folge der Berliner Veranstaltungsreihe
Nach mehr als einjähriger Pause und im Anschluss an das zehnjährige Jubiläum der Reihe meldet sich A.I.D. (Art Is Dead) am Mittwoch, den 19. August, in der Berliner VK zurück. Die von İpek Odabaşı kuratierte Reihe versteht Art Is Dead laut Programmtext weniger als programmatische Feststellung denn als offenen Denkraum für Musik jenseits etablierter Kategorien – von akustischer Improvisation und elektroakustischen Arbeiten über Harsh Noise und Hardcore bis hin zu ortsspezifischen, interaktiven und multidisziplinären Projekten.
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Repeating Town: Klangkünstlerisches Stadtporträt von Nonturn
Mit „Repeating Town“ veröffentlicht Nonturn am 22. August sein neues Digitalalbum über Audiobulb. Hinter dem Projekt des in Tokio lebenden Komponisten Nozom Yoneda verbirgt sich eine faszinierende Idee: Sämtliche Klänge des Albums stammen aus Feldaufnahmen im Tokioter Stadtteil Koenji, einem trendigen Ausgehvirtel, das eigentlich Teil des bürgerlichen Bezirks Suginami ist, aber schon seine Nähe zu Shinyuku durchscheinen lässt. Die Sounds reichen von Ampelsignalen, Schritten und Baustellen über Klimaanlagen bis hin zu vorbeifahrenden Autos und Gesprächsfetzen. Instrumente kommen dabei nicht zum Einsatz.
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Drums und Saxophon: Gemeinsames Album von Liba Villavecchia und Vasco Trilla
Am 4. September veröffentlicht Defkaz Records mit Serrat das gemeinsame Album “Serrat” des katalanischen Altsaxophonisten Liba Villavecchia und des Schlagzeugers Vasco Trilla. Die beiden Musiker gehören seit vielen Jahren zu den markanten Stimmen nicht nur der iberischen Improvisationsszene und widmen sich auf der gemeinsamen Aufnahme einer, wie es sinngemäß auch beim Label heißt, freien, unmittelbar aus dem Moment heraus entstehenden Klangsprache.
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They Came For The Whales: Themencompilation mit Ümlaut, Noise Cluster u.v.a.
Mit „They Came For The Whales“ ist beim französischen Label Camembert Électrique eine ungewöhnlich umfangreiche neue Compilation erschienen, die sich in 75 Beiträgen der akustischen Welt der Ozeane und insbesondere der Kommunikation der Wale widmet. Ausgangspunkt ist dabei eine ebenso spekulative wie faszinierende Idee: Vielleicht fand der erste Kontakt mit einer fremden Intelligenz nicht irgendwo im Weltraum statt, sondern längst unter der Wasseroberfläche – in Form jener tiefen, über gewaltige Distanzen durch das Meer getragenen Signale, deren Bedeutung uns bis heute weitgehend verschlossen bleibt. Die beteiligten Künstler nähern sich diesem Gedanken aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Walgesänge und marine Bioakustik werden aufgenommen, verfremdet und in neue klangliche Zusammenhänge überführt; andere Beiträge ahmen Unterwasserkommunikation nach, arbeiten mit Field Recordings, elektronischen Texturen, Sound Collage, Drone und experimentellen Formen oder entwerfen gleich völlig imaginäre akustische Ökosysteme. So entsteht weniger ein klassischer Sampler als eine weit verzweigte Sammlung von Signalen, Echos und möglichen Sprachen aus einer Welt, die uns zugleich vertraut und vollkommen fremd ist.
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V.A.: Ethiopian Musics 1971
Äthiopien nimmt innerhalb der afrikanischen Musikgeschichte(n) seit jeher eine besondere Stellung ein. Über Jahrhunderte hinweg entwickelten sich dort eigenständige musikalische Traditionen, die trotz vielfältiger kultureller Kontakte ihre charakteristischen Skalen, Gesangsformen und Instrumente bewahrten. Zugleich ist das Land Heimat einer außergewöhnlichen ethnischen Vielfalt, deren musikalische Ausdrucksformen sich Weiterlesen
ANIQO: The Turn
Manche Songs erzählen von einem Wendepunkt, andere wiederum verkörpern ihn bereits während man sie hört. Zu dieser zweiten Kategorie gehört “The Turn”, die dritte Vorabsingle aus dem kommenden Album “Earth, Love and Variations” der Berliner Sängerin und Musikerin Anita Goß alias Aniqo. Neben ihr tragen Torsten Füchsel (Gitarren, Bass), Phil Murphy (Drums) sowie Bill Ryder-Jones an Weiterlesen
Seedhead: Neuer Longplayer von Avi Engel
Avi Engel legt mit “Seedhead” ein neues Album vor. Zwischen Folk, experimenteller Songkunst und atmosphärischer Klangarbeit entfaltet sich dabei eine eigentümlich verwunschene Welt, in der Natur, Mythologie, Unterwelten und menschliche Innenräume ineinander übergehen. Auch lyrisch bewegt sich das Album zwischen Natur, Mythologie und inneren Landschaften. Wälder, Wurzeln, Samen, Tiere und unterirdische Welten werden zu Bildern für Verwandlung, Verfall und Erneuerung, während Motive aus Mythologie und Literatur – darunter die Elysischen Felder, Psyche, Mary Shelley und eventuell auch William Hazlitt – mit persönlichen Bildern von Trauer, Entfremdung und dem Wunsch nach einem anderen Ort verbunden werden.
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